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Entlastungsbudget von 125 € in NRW auch für nachbarschaftliche Hilfe nutzen

 

Entlastungsbudget von 125 €/pro Monat ab Pflegegrad 1 auch für die hilfsbereiten Nachbarn/Sonderregelung in einzelnen Bundesländer: hier die Regelungen für NRW bis zum 30.9.2020

Aktuell kann in einer Pflegesituation weder Tagespflege noch verschiedene Betreuungsangebote genutzt werden.

Besonders schwer ist es auch für sorgende/pflegende Angehörige, die nun häufig die Pflege und Betreuung allein leisten müssen. Die Tagespflegen und Betreuungsangebote müssen derzeit geschlossen bleiben. Andere Angehörige, Freunde oder Nachbarn kommen aus Angst vor Übertragung oder Ansteckung nicht für die notwendige Unterstützung in Frage.

Derzeit kann nun das Entlastungsbudget von 125 € /pro Monat für die Unterstützung im Alltag genutzt werden. Also kann die nachbarschaftliche Hilfe bis zu diesen Betrag bezuschußt werden. Diese Umnutzung gilt ausschließlich für diese Unterstützung im Alltag.

Der Betrag kann für Dienstleistungen bis vor die Haustür (z.B. Unterstützung beim Einkauf) genutzt werden. Auf den bisher zur Abrechnung geforderten Qualifikationnachweis wird bis zum 30.9.2020 in NRW verzichtet.

Folgende Tätigkeiten können über die Sonderregelung nach § 45 a SGB XI vorläufig bis zur Haustür genutzt werden:

Einkauf von Waren des täglichen Bedarfs, Wäscheabholung von und zur Reinigung, Anlieferung von Speisen, Übernahme von Botengängen, Organsiation und Erledigung von Behördengängen und Büroangelegenheiten, Organisation erforderlicher Arztbesuche, Telefongespräche und digitale Kommunikation.

Für die Abrechnung mit der Pflegekasse muss bis zum 30.9.2020 keine Qualifikation nachgewiesen werden. Allerdings dürfen die “Nachbarn” nicht im selben Haushalt leben und nicht bereits als Pflegepersonen benannt sein.

In allen anderen Bundesländern gibt es andere oder auch keine Sonderregelung in der Covid-19 Krise.

Weitere Informationen finden Sie im:

Gesetz- und Verordnungsblatt (GV. NRW.)  Ausgabe 2020 Nr. 12 vom 8.4.2020 Seite 217 bis 220

Bitte fragen Sie vor der Nutzung konkret bei der Pflegekasse nach. Vielen Dank!

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Systemische Pflegeberatung

Systemische Pflegeberatung geht von der Selbstständigkeit des ratsuchenden Menschen aus und betrachtet ihn/sie als „Experten der eigenen Pflegesituation“.

Dabei ist die Haltung von Akzeptanz, Empathie, Neutralität, Offenheit und Wertschätzung geprägt.

Im Rahmen der systemischen Pflegeberatung geht man davon aus, dass jeder Mensch selbst seine individuellen Lösungen entwickeln kann. Dabei wird mit den vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen des ratsuchenden Menschen gearbeitet. In der Beratung wird nach Bedingungen gesucht, unter denen der Betroffene seine individuellen Ressourcen aktivieren kann, um möglichst lange eigenverantwortlich und selbstorganisiert leben zu können.

Methoden in der systemischen Pflegeberatung sind u.a. zirkuläres Fragen, Linienarbeit, Aufstellungsarbeit, Genogramm-Arbeit, Reframing und Aufstellungsarbeit.

Was unterscheidet systemische Pflegeberatung von der allgemein angebotenen Pflegeberatung?

Bei der systemischen Pflegeberatung ist die Informationsweitergabe bereits erfolgt oder wird bei Bedarf intermittierend angeboten.

Auch andere Fragestellungen, z.B. das Vorgehen bei einem Widerspruch oder das Beschaffen von Hilfsmitteln erfolgen entweder vor der systemischen Beratung oder am Rande einer solchen Beratungssituation.

Für eine systemische Pflegeberatung ist weit mehr Qualifizierungsbedarf erforderlich, als zu Informationsweitergabe oder zum Ausfüllen eines individuellen Hilfeplanes.

Die systemische Pflegeberatung kann für die die Betroffenen in einer Pflegesituation weit mehr als eine psychosoziale Entlastung bieten.

In der systemischen Pflegeberatung vereinen sich drei bekannte Ansätze:

  • Ressourcenorientierte Beratung
  • Lösungsorientierte Beratung
  • Klientenorientierte Pflegeberatung

Die systemische Pflegeberatung kann ein Zusatzangebot für Pflegebedürftige und deren sorgende Angehörige darstellen, das gerade zu Beginn oder während einer langen Pflegezeit für Entlastung sorgen kann. (weitere Informationen in A. Palesch „Ambulante Pflegeberatung“, Kohlhammer Verlag 2019)

Quelle: www.zqp.de/Beratung.pdf (18.10.2019)

Woran erkennt man eine gute Pflegeberatung?

Qualifiziert

Die beratende Person hat eine Ausbildung als Pflegefachkraft, Sozialarbeiter oder Sozialversicherungsfachangestellte und verfügt über eine Weiterbildung im Bereich Pflegeberatung. Sie kennt sich mit den Unterstützungsstrukturen in Ihrer Region gut aus und ist bereit, Sie zu unterstützen.

Respektvoll

Die beratende Person ist freundlich, zugewandt und diskret. Zu Beginn der Beratung wird Ihnen das Vorgehen erläutert und mit Ihnen abgestimmt.

Ressourcenorientierung

Im Rahmen der Beratung wird ermittelt, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, um die Versorgung/Pflege möglichst gut selbst organisieren zu können.

Lösungsorientiert

Im Rahmen der Beratung werden mit Ihnen verschiedene Lösungen erarbeitet. Dabei ist Ihre Meinung/Haltung richtungsweisend.

Verbindlich

Während des gesamten Beratungsprozesses steht Ihnen ein Ansprechpartner zur Verfügung, der auch mit Ihnen und Ihren Angehörigen die individuelle Versorgung plant und begleitet, bis Sie selbst die Zügel in die Hand nehmen können.

Flexibel

Die Beratung wird Ihnen zeitnah, telefonisch oder persönlich als Hausbesuch angeboten. Auf Ihren Wunsch hin können zur Unterstützung auch andere Angehörige oder Freunde an der Beratung teilnehmen.

Individuell

Die Beratung wird entsprechend Ihrer Situation ausgerichtet und die Ziele, der Rahmen und der Umfang werden mit Ihnen abgestimmt.

Umfassend

Im Rahmen der Beratung werden alle zentralen Themen angesprochen, die für Ihre spezielle Situation hilfreich sind.

Begleitend

Die Beratung wirkt als Begleitung durch den Dschungel der Pflegeleistungen, Stolpersteine und notwendigen Dienstleistungen, von der Antragstellung bis zur Vorsorgevollmacht.

Nachvollziehbar

Um die Qualität der Beratung zu gewährleisten ist es notwendig, die Beratung zu dokumentieren und somit überprüfbar zu machen. Sie können jeder Zeit in diese Dokumentation einsehen.

Quelle: www.zqp.de/Beratung.pdf (18.10.2019)