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Häufige Fragen von sorgenden/pflegenden Angehörigen?

Ich bekomme in der aktuellen Situation viele Fragen von pflegenden/sorgenden Angehörigen und habe Ihnen die wichtigsten Fragen und meine Antworten hier zusammen gestellt:

1. Ich bin jetzt an die Häuslichkeit gebunden und mir fehlen die sozialen Kontakte!

Das ist gut nachvollziehbar. Vielleicht können Sie in der aktuellen Situation mehr die sozialen Netzwerke nutzen? Z.B. gibt es dazu in vielen Regionen schon Angebote. Kennen Sie andere sorgende/pflegende Angehörige? Sie könnten sich verstärkt mit Ihnen austauschen. Sprechen Sie Familie, Freunde und Nachbarn ruhig konkret an. Oft sind die Menschen gern bereit, sich aktuell mehr auszutauschen. Bitte bedenken Sie, dass nun viele andere Menschen (ohne häusliche Pflegesituation) in diese Situation kommen, zu Hause “angebunden” zu sein. Das wird vermutlich auch langfristig zu mehr Verständnis für Ihre Situation führen.

Vielleicht ist es hilfreich, wenn Sie sich mehrfach am Tag bewusst Zeit für sich nehmen. Das kann eine gemütliche Tasse Kaffee am Fenster sein, ein “Videotreffen” mit einer Freundin oder ein Lieblingslied, das Sie bewusst hören.

Auch die tägliche Frage an sich selbst stellen und die Antworten notieren:  Welche 5 Dinge sind gerade schön/positiv für mich?

Ein kleines digitales Tagebuch mit einen lustigen Foto oder kurzem Video kann helfen, sich positiv zu stimmen.

Es gibt. z.B. in Facebook ein Angebot, bei dem sich alle sorgenden/pflegenden Angehörigen täglich von 16.00-17.00 Uhr treffen und sich virtuell austauschen. Vielleicht ist das auch etwas für Sie? Die Gruppe für pflegende/sorgende Angehörige rund um Kornelia Schmid ist sehr engagiert:

https://zoom.us/j/399589017?status=success

2. Meine Apotheke liefert meine Bestellung nicht komplett aus, weil ich die Zuzahlung nicht direkt leisten konnte.

Das ist gerade in der aktuellen Situation sehr bedauerlich. Oft genügt dann aber ein Anruf beim Inhaber der Apotheke, um den Sachverhalt zu klären und eine Lösung zu finden. Bitte geben Sie nicht auf, auch die Mitarbeiter in den Aportheken sind oft an einer Belastungsgrenze in der aktuellen Situation.

3. Die Pflegesituation hat sich verschlechtert. Eigentlich müsste der Pflegegrad überprüft werden, aber ich kann ja jetzt hier keinen Gutachter gebrauchen. Ich habe Angst, dass dann der Virus eingeschleppt wird.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit der Pflegekasse/Pflegeversicherung auf. Viele MDK Begutachtungen finden derzeit nach Aktenlage statt. Manche Begutachtungen/Beratungen können auch virtuell (also z.B. mit Skype) durchgeführt werden. Fast im gesamten Bundesgebiet gibt es regionale Pflegestützpunkte oder Pflegeberatungsstellen. Vielleicht hatten Sie schon einmal Kontakt zu einem Pflegeberater oder einer Pflegeberaterin? Sie können die Kontaktdaten in Ihrer Gemeinde oder Stadt erfragen. Kostenlose telefonische Pflegeberatung erhalten Sie auch bei Compass Private Pflegeberatung unter  Tel.: 0800-101 88 00 oder im Internet unter:

https://www.compass-pflegeberatung.de/#

4. Die Tagespflege hat geschlossen und ich weiß nicht, wie ich meinen Angehörigen den ganzen Tag beschäftigen soll.

Das ist im Augenblick in vielen Pflegesituationen der Fall. Hier ist Ihrer Kreativität keine Grenze gesetzt. Vielleicht kann der Pflegebedürftige noch kleine Dinge im Haushalt übernehmen, die Sie sonst immer übernommen haben? Manchmal hilft es, nach passenden Filmen zu schauen, alte Musik aufzulegen oder gemeinsame alte, bekannte Lieder anzustimmen. Wenn es Fotoalben gibt, könnte man auch diese mal wieder gemeinsam anschauen. Manche Menschen haben eine kleine “Schatzkiste” in der für sie wichtige Dinge aufbewahrt werden. Vielleicht könnte man diese Dinge bewusst einsetzen. Im Internet gibt es auch viele Tipps und Hinweise für Beschäftigung. Wenn Sie die Begriffe “Beschäftigung-Demenz” eingeben, haben Sie eine hohe Trefferquote. Viel Spass beim Stöbern!

5. Ich traue mich kaum aus dem Haus, weil ich Sorge habe, dass ich mich anstecken kann.

Diese berechtigte Sorge haben viele Menschen derzeit. Vielleicht können Sie sich die Lebensmittel und die sonstigen Dinge des täglichen Lebens nach Hause liefern lassen? Wenn Sie ihr Anliegen Nachbarn, Freunden oder Bekannten mitteilen, helfen diese nach meinen Erfahrungen gern weiter. Vielleicht liefert auch Ihr Lebensmittelmarkt um die Ecke an Sie nach Hause? Sie könnten auch einen Aufruf z.B. über eine Kleinanzeige machen. Erfahrungsgemäß sind in der aktuellen Situation auch völlig Fremde bereit, hier zu helfen.

6. Was passiert, wenn ich mich infiziere und mein Angehöriger ist dann nicht versorgt?

Bitte gehen Sie davon aus, dass Ihnen in diesem Fall Hilfe angeboten wird. Sollte dies der Fall sein, wird sich das örtliche Gesundheitsamt bemühen, eine angemessene Lösung für Sie zu finden. Ihre Sorgen ist für die meisten Menschen gut nachvollziehbar.

7. Meine Angehörige ist in einer Pflegeeinrichtung und ich kann dort nicht mehr rein. Das ist für mich schwer auszuhalten.

Das kann ich gut nachvollziehen. Vielleicht können Sie sich mit anderen betroffenen Angehörigen austauschen, denn Sie stehen mit dem Anliegen nicht allein da. Vielleicht können Sie auch an die Pflegeeinrichtung herantreten und darum bitten, dass Ihnen z.B. per Whatup immer mal wieder Fotos oder kleine Nachrichten übermittelt werden. Sicher wird jeder Ihr Anliegen unterstützen, wenn es nicht zu fordern formuliert wird. Bitte bedenken Sie, dass auch die Pflegeeinrichtungen konkrete Gründe haben, um die Türen für Sie derzeit geschlossen zu halten.

Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie mir diese gern schreiben unter: Kontakt@Anja-Palesch.de

Ich bin schon seit 2003 in der Beratung von pflegenden und sorgenden Angehörigen tätig und kann Ihre Sorgen und Nöte gut nachvoll ziehen.

Herzlichst Anja Palesch

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Systemische Pflegeberatung

Systemische Pflegeberatung geht von der Selbstständigkeit des ratsuchenden Menschen aus und betrachtet ihn/sie als „Experten der eigenen Pflegesituation“.

Dabei ist die Haltung von Akzeptanz, Empathie, Neutralität, Offenheit und Wertschätzung geprägt.

Im Rahmen der systemischen Pflegeberatung geht man davon aus, dass jeder Mensch selbst seine individuellen Lösungen entwickeln kann. Dabei wird mit den vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen des ratsuchenden Menschen gearbeitet. In der Beratung wird nach Bedingungen gesucht, unter denen der Betroffene seine individuellen Ressourcen aktivieren kann, um möglichst lange eigenverantwortlich und selbstorganisiert leben zu können.

Methoden in der systemischen Pflegeberatung sind u.a. zirkuläres Fragen, Linienarbeit, Aufstellungsarbeit, Genogramm-Arbeit, Reframing und Aufstellungsarbeit.

Was unterscheidet systemische Pflegeberatung von der allgemein angebotenen Pflegeberatung?

Bei der systemischen Pflegeberatung ist die Informationsweitergabe bereits erfolgt oder wird bei Bedarf intermittierend angeboten.

Auch andere Fragestellungen, z.B. das Vorgehen bei einem Widerspruch oder das Beschaffen von Hilfsmitteln erfolgen entweder vor der systemischen Beratung oder am Rande einer solchen Beratungssituation.

Für eine systemische Pflegeberatung ist weit mehr Qualifizierungsbedarf erforderlich, als zu Informationsweitergabe oder zum Ausfüllen eines individuellen Hilfeplanes.

Die systemische Pflegeberatung kann für die die Betroffenen in einer Pflegesituation weit mehr als eine psychosoziale Entlastung bieten.

In der systemischen Pflegeberatung vereinen sich drei bekannte Ansätze:

  • Ressourcenorientierte Beratung
  • Lösungsorientierte Beratung
  • Klientenorientierte Pflegeberatung

Die systemische Pflegeberatung kann ein Zusatzangebot für Pflegebedürftige und deren sorgende Angehörige darstellen, das gerade zu Beginn oder während einer langen Pflegezeit für Entlastung sorgen kann. (weitere Informationen in A. Palesch „Ambulante Pflegeberatung“, Kohlhammer Verlag 2019)

Quelle: www.zqp.de/Beratung.pdf (18.10.2019)

Woran erkennt man eine gute Pflegeberatung?

Qualifiziert

Die beratende Person hat eine Ausbildung als Pflegefachkraft, Sozialarbeiter oder Sozialversicherungsfachangestellte und verfügt über eine Weiterbildung im Bereich Pflegeberatung. Sie kennt sich mit den Unterstützungsstrukturen in Ihrer Region gut aus und ist bereit, Sie zu unterstützen.

Respektvoll

Die beratende Person ist freundlich, zugewandt und diskret. Zu Beginn der Beratung wird Ihnen das Vorgehen erläutert und mit Ihnen abgestimmt.

Ressourcenorientierung

Im Rahmen der Beratung wird ermittelt, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, um die Versorgung/Pflege möglichst gut selbst organisieren zu können.

Lösungsorientiert

Im Rahmen der Beratung werden mit Ihnen verschiedene Lösungen erarbeitet. Dabei ist Ihre Meinung/Haltung richtungsweisend.

Verbindlich

Während des gesamten Beratungsprozesses steht Ihnen ein Ansprechpartner zur Verfügung, der auch mit Ihnen und Ihren Angehörigen die individuelle Versorgung plant und begleitet, bis Sie selbst die Zügel in die Hand nehmen können.

Flexibel

Die Beratung wird Ihnen zeitnah, telefonisch oder persönlich als Hausbesuch angeboten. Auf Ihren Wunsch hin können zur Unterstützung auch andere Angehörige oder Freunde an der Beratung teilnehmen.

Individuell

Die Beratung wird entsprechend Ihrer Situation ausgerichtet und die Ziele, der Rahmen und der Umfang werden mit Ihnen abgestimmt.

Umfassend

Im Rahmen der Beratung werden alle zentralen Themen angesprochen, die für Ihre spezielle Situation hilfreich sind.

Begleitend

Die Beratung wirkt als Begleitung durch den Dschungel der Pflegeleistungen, Stolpersteine und notwendigen Dienstleistungen, von der Antragstellung bis zur Vorsorgevollmacht.

Nachvollziehbar

Um die Qualität der Beratung zu gewährleisten ist es notwendig, die Beratung zu dokumentieren und somit überprüfbar zu machen. Sie können jeder Zeit in diese Dokumentation einsehen.

Quelle: www.zqp.de/Beratung.pdf (18.10.2019)