Systemische Pflegeberatung

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Arzneimittelberatung bei Polymedikation – gut zu wissen

Viel hilft nicht immer viel:

Medikamentenberatung bei Polymediaktion:

Immer mehr Menschen nehmen täglich mehrere Medikamente, Vitamine und andere Nahrungsergänzungsmittel ein.
 
Laut § 129 Abs. 5e SGB V (Krankenversicherung für gesetzlich Versicherte) haben wir einen Anspruch auf eine fachgerechte Beratung, wenn wir mehrere verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen. Eine Polymedikation liegt vor, wenn auf ärztlichen Rat mehr als fünf Medikamente dauerhaft eingenommen werden sollen.
 
Die Wechselwirkungen der unterschiedlichen Medikamente, die unterschiedlichen Vorgaben bei der Einnahme und der Zeitpunkt der optimalen Einnahme, beeinflussen die Wirkung der Arzneimittel in unserem Körper.
Daraus können sich verschiedene Risiken entwickeln, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen können. 
Die falsche Einnahme von Medikamenten verursacht jedes Jahr zahlreiche Krankenhausaufenthalte und auch Todesfälle.
 
Für Laien sind diese vielen Wirkweisen und Wechselwirkungen oft nicht ersichtlich. Die Zusammenarbeit der Haus- und Fachärzte bei einzelnen Therapien bleibt oft auf der Strecke. Manchmal heben die Arzneimittel die Wirkung sogar gegeneinander auf, sind also wirkungslos.
 
Es kann auch vorkommen, dass die Einnahme nicht korrekt erfolgt, z.B. wenn Antibiotika mit einem großen Schluck sprudelndem Mineralwasser eingenommen werden.
 
Unser Körper verändert sich mit fortschreitendem Alter. Frauen, Männer, Kinder und Ältere verstoffwechseln die Inhaltsstoffe der Arzneimittel und Präparate ohnehin äußerst unterschiedlich.
Außerdem wir sind alle unterschiedlich, unsere Zellen arbeiten unterschiedlich und das macht uns ja auch aus.
Die Medikationsanalyse – so wird diese Beratung auch genannt, beinhaltet die Sichtung des aktuellen Medikamentenplans, eine ausführliche Beratung zur Einnahme aller Medikamente und Präparate sowie zu den möglichen Wechselwirkungen. Bei vielen Apotheken werden daher feste Termine für die Beratung vereinbart und oft gibt es zum Abschluss noch einen zusammenfassenden schriftlichen Bericht, sodass man auch zu Hause noch in Ruhe nachlesen kann. Es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht, wie die notwendigen Medikamente optimal wirken können.
Wer also mehr als fünf verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen muss (Polymedikation), kann sich beraten lassen.
Diese Beratung dauert c. 30 bis 45 min und darf nur durch Apotheker:innen in einer Apotheke erfolgen.                              Die Abrechnung der Kosten übernimmt die Apotheke, in der die Beratung erfolgt ist.

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Systemische Pflegeberatung

Systemische Pflegeberatung geht von der Selbstständigkeit des ratsuchenden Menschen aus und betrachtet ihn/sie als „Experten der eigenen Pflegesituation“.

Dabei ist die Haltung von Akzeptanz, Empathie, Neutralität, Offenheit und Wertschätzung geprägt.

Im Rahmen der systemischen Pflegeberatung geht man davon aus, dass jeder Mensch selbst seine individuellen Lösungen entwickeln kann. Dabei wird mit den vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen des ratsuchenden Menschen gearbeitet. In der Beratung wird nach Bedingungen gesucht, unter denen der Betroffene seine individuellen Ressourcen aktivieren kann, um möglichst lange eigenverantwortlich und selbstorganisiert leben zu können.

Methoden in der systemischen Pflegeberatung sind u.a. zirkuläres Fragen, Linienarbeit, Aufstellungsarbeit, Genogramm-Arbeit, Reframing und Aufstellungsarbeit.

Was unterscheidet systemische Pflegeberatung von der allgemein angebotenen Pflegeberatung?

Bei der systemischen Pflegeberatung ist die Informationsweitergabe bereits erfolgt oder wird bei Bedarf intermittierend angeboten.

Auch andere Fragestellungen, z.B. das Vorgehen bei einem Widerspruch oder das Beschaffen von Hilfsmitteln erfolgen entweder vor der systemischen Beratung oder am Rande einer solchen Beratungssituation.

Für eine systemische Pflegeberatung ist weit mehr Qualifizierungsbedarf erforderlich, als zu Informationsweitergabe oder zum Ausfüllen eines individuellen Hilfeplanes.

Die systemische Pflegeberatung kann für die die Betroffenen in einer Pflegesituation weit mehr als eine psychosoziale Entlastung bieten.

In der systemischen Pflegeberatung vereinen sich drei bekannte Ansätze:

  • Ressourcenorientierte Beratung
  • Lösungsorientierte Beratung
  • Klientenorientierte Pflegeberatung

Die systemische Pflegeberatung kann ein Zusatzangebot für Pflegebedürftige und deren sorgende Angehörige darstellen, das gerade zu Beginn oder während einer langen Pflegezeit für Entlastung sorgen kann. (weitere Informationen in A. Palesch „Ambulante Pflegeberatung“, Kohlhammer Verlag 2019)

Quelle: www.zqp.de/Beratung.pdf (18.10.2019)

Woran erkennt man eine gute Pflegeberatung?

Qualifiziert

Die beratende Person hat eine Ausbildung als Pflegefachkraft, Sozialarbeiter oder Sozialversicherungsfachangestellte und verfügt über eine Weiterbildung im Bereich Pflegeberatung. Sie kennt sich mit den Unterstützungsstrukturen in Ihrer Region gut aus und ist bereit, Sie zu unterstützen.

Respektvoll

Die beratende Person ist freundlich, zugewandt und diskret. Zu Beginn der Beratung wird Ihnen das Vorgehen erläutert und mit Ihnen abgestimmt.

Ressourcenorientierung

Im Rahmen der Beratung wird ermittelt, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, um die Versorgung/Pflege möglichst gut selbst organisieren zu können.

Lösungsorientiert

Im Rahmen der Beratung werden mit Ihnen verschiedene Lösungen erarbeitet. Dabei ist Ihre Meinung/Haltung richtungsweisend.

Verbindlich

Während des gesamten Beratungsprozesses steht Ihnen ein Ansprechpartner zur Verfügung, der auch mit Ihnen und Ihren Angehörigen die individuelle Versorgung plant und begleitet, bis Sie selbst die Zügel in die Hand nehmen können.

Flexibel

Die Beratung wird Ihnen zeitnah, telefonisch oder persönlich als Hausbesuch angeboten. Auf Ihren Wunsch hin können zur Unterstützung auch andere Angehörige oder Freunde an der Beratung teilnehmen.

Individuell

Die Beratung wird entsprechend Ihrer Situation ausgerichtet und die Ziele, der Rahmen und der Umfang werden mit Ihnen abgestimmt.

Umfassend

Im Rahmen der Beratung werden alle zentralen Themen angesprochen, die für Ihre spezielle Situation hilfreich sind.

Begleitend

Die Beratung wirkt als Begleitung durch den Dschungel der Pflegeleistungen, Stolpersteine und notwendigen Dienstleistungen, von der Antragstellung bis zur Vorsorgevollmacht.

Nachvollziehbar

Um die Qualität der Beratung zu gewährleisten ist es notwendig, die Beratung zu dokumentieren und somit überprüfbar zu machen. Sie können jeder Zeit in diese Dokumentation einsehen.

Quelle: www.zqp.de/Beratung.pdf (18.10.2019)